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Robert Mapplethorpe in der International Gallery: Geformte Skulptur und intensive SchönheitCreatrip Team
20 days ago
Eine Ausstellung von Robert Mapplethorpe (1946–1989) mit dem Titel „The Poetics of Form“ ist vom 9. Juni bis 19. Juli 2026 im Hanok-Raum (traditionelles koreanisches Haus) der International Gallery zu sehen. Über seinen früheren Ruf für provokante, erotische Bildwelten hinaus, die mit Punk sowie BDSM verknüpft sind, betont die Schau Stillleben, Silhouetten und skulpturale Porträtkunst, die die Dargestellten in Momenten höchster Intensität zeigt. Mit hartem Schwarz-Weiß-Kontrast und minutiös kontrolliertem natürlichem Licht behandelte Mapplethorpe die Fotografie wie ein Schnitzen — er formte Gestalten so, dass das Wesen von Blumen, Wellen und Körpern in seiner stärksten „Aufladung“ erscheint. Kritiker bezeichnen diesen paradoxen Ansatz als „hot classicism“: eine klassische kompositorische Ordnung, die verletzliche, oft marginalisierte Körper (darunter nackte Schwarze Männer und genderfluide Figuren) einschließt und damit eine Spannung zwischen strenger Form und eruptierendem Begehren erzeugt. Werke wie Thomas und Calla Lily präsentieren idealisierte, mythische Formen, in denen soziale Identität in universelle Präsenz verwandelt wird. Wiederkehrende Motive — Eier, Federn, Vasen, Blumen — entfalten einen Rhythmus von Einschluss und Entladung und spiegeln das Leben des Künstlers zwischen Unterdrückung und Befreiung. Die Ausstellung fordert die Besucher auf, über zugewiesene Namen und Kategorien hinaus auf das Ding selbst zu blicken, und legt nahe, dass Mapplethorpes Vermächtnis fortbesteht, weil seine formale Strenge verändert, wie wir die Welt sehen.
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