Now In Korea
Durch Zeit und Raum: Resonanz in der AbstraktionCreatrip Team
a month ago
Eine Zweipersonen-Ausstellung in der White Cube Seoul stellt die koreanische Abstraktmalerin Lee Seung-ja (1918–2009) und die in Libanon geborene Künstlerin Etel Adnan (1925–2021) gegenüber, die sich im Leben nie begegnet sind, aber auffällig ähnliche Lebenswege und künstlerische Anliegen teilen. Beide verließen ihre Heimatländer während Kriegszeiten (Koreakrieg und Libanesischer Bürgerkrieg), machten Karriere in Frankreich, begannen ihre bedeutende künstlerische Produktion erst spät im Leben und drücken Heimweh nach ihren Heimatländern durch abstrakte Arbeiten aus. Die Schau mit dem Titel „Meeting the Sun“ (entlehnt an eine Elegie Adnans über den Kosmonauten Yuri Gagarin) läuft bis zum 7. März und zeigt 10 Werke von Lee und 9 von Adnan. Besucher können gemeinsame Themen erkennen – erdige Farbpaletten (warme Orange-, Braun- und Gelbtöne) kombiniert mit Blau- und Violetttönen, die Himmel und Raum andeuten, wiederholte kurze Pinselstriche in Lees gewebt wirkenden Leinwänden, die mit Adnans handgenähten Wandteppichen verbunden sind, sowie geometrische Formen, die Planeten und himmlische Systeme evozieren. Unterschiede sind ebenfalls erkennbar: Lees „Women and Earth“-Serie aus den 1960er-Jahren betont ordentliche Raster, wiederholte quadratische Rahmen und Symmetrie, während Adnans Werke aus den 2010er–2020er-Jahren lyrisch und sinnlich in der Farbgebung sind. Dies ist Adnans erste Ausstellung in Korea; die Kuratorin hofft, dass sie einen interkulturellen künstlerischen Dialog fördert.
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