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Geburt als Welle: Lee Eun-sils 'PAGO' visualisiert das WerdenCreatrip Team
2 months ago
Die Einzelausstellung „PAGO“ der Künstlerin Lee Eun-sil in der Arario Gallery Seoul (17. Dez. 2025–31. Jan. 2026) verwandelt die leiblich erfahrene Geburt in weite Naturbilder. In Anlehnung an traditionelle ostasiatische Maltechniken übersetzt Lee Empfindungen von Schmerz, Riss und Überfluss in Wellen, Lava, Nebel und Stürme statt in wörtliche Körper. Ihre großformatigen Arbeiten – darunter das 7,2 m vierteilige „Epidural Moment“ – verwischen persönliche und kosmische Ebenen: Aus der Nähe lesen sich die Leinwände als intensive körperliche Energie; aus der Distanz entfalten sie sich als Naturphänomene. Die Schau widersetzt sich sentimentalen oder reduktiven Deutungen von Mutterschaft und fragt stattdessen, welche Bedingungen und Prozesse mütterliche Liebe möglich machen. Indem sie die Schwelle sichtbar macht, an der eine Welt bricht und eine andere beginnt, rahmt Lee Geburt als ein geteiltes, relationales Ereignis, das privaten Schmerz in einen größeren Lebensrhythmus umwandelt.
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