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Dreifache Adaption: Koreas „Kim Jung-bae’s Diamond“ beruht auf einem britischen OriginalCreatrip Team
2 months ago
Ein beliebtes koreanisches Melodram über Lee Soo-il und Shim Sun-ae — berühmt für die Zeile „Shim Sun-ae, warst du so verlockt von Kim Jung-baes Diamant?“ — gilt seit langem als einheimischer Klassiker. Dieser Essay verfolgt jedoch die überraschende Überlieferung der Geschichte: Der japanische Autor Ozaki Kōyōs Fortsetzungsroman Kin’iro Yasha (Der goldene Dämon, 1897–1902) inspirierte die koreanische Schriftstellerin Jo Jung-hwans 1913er Adaption Janghanmong (Der Traum vom ewigen Bedauern), die zu einem festen Bestandteil koreanischen Theaters und Films wurde. Neuere Forschungen enthüllen eine frühere Quelle: ein obskurer britischer Roman, Weaker Than a Woman von Bertha Clay, der Figuren, Handlungselemente und sogar das Diamantmotiv lieferte. Über drei Stufen — Britisch → Japanisch → Koreanisch — veränderten sich Ton und Ende der Geschichte dramatisch: Die englische Originalfassung zeigt eine kühne, sozial aufstrebende Heldin, die letztlich Reichtum und Status erringt, während die japanischen und koreanischen Versionen moralischen Konflikt betonen und ein versöhnliches, sentimentales Ende wiederherstellen. Der Beitrag hebt hervor, wie transnationale Adaptionen die Motivationen der Figuren und kulturelle Werte umformten und wie eine Szene, die heute als Dating-Gewalt kritisiert wird (der männliche Protagonist tritt die anklammernde Heldin), in Japan in die Erzählung gelangte und in Korea reproduziert wurde. (Janghanmong: ein koreanischer Titel, der auf einem alten chinesischen Gedicht beruht; Kin’iro Yasha: japanischer Titel; Weaker Than a Woman: britischer Originalroman)
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