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Romeo und Julia neu gedacht als dystopische Near-Future-Nuklearkatastrophen-WeltCreatrip Team
4 months ago
Eine neue Bühnenadaption verlegt Shakespeares Romeo und Julia in eine nah-zukünftige dystopische Nuklearkatastrophenwelt, in der die alte Stadt Verona nach einer Reaktordekommisionierung in Trümmern liegt. Das Stück konzentriert sich auf Julia, die nicht nur als verbotene Geliebte neu interpretiert wird, sondern als eine Frau, die ihr Selbstgefühl inmitten einer unterdrückerischen, von Gerüchten erfüllten Gesellschaft zurückerobert. Sie trifft Romeo in einem Kino und ihre intensive Anziehung entflammt eine Reise existenzieller Wiedergewinnung statt bloß einer transgressiven Romanze. Shakespeare-Sonette sind direkt in den Dialog eingewebt, um einen poetischen Kontrast zur verwüsteten Stadtszenerie zu schaffen.
Das Drehbuch stammt von Kim Joo-hee, Gewinnerin des Theaterstückwettbewerbs 2024, produziert von Just Kids Studio und inszeniert von Ye Ran-hee. Shin Yoon-ji, bekannt für starke Frauenrollen in Produktionen wie Dobby Wala und Curtain, spielt Julia; Lee Joo-won, derzeit mit Der Kirschgarten international am LG Arts Center auf Tournee, spielt Romeo. Ein neunköpfiges Ensemble stellt die Bürger Veronas und neue Charaktergruppen dar. Das Bühnenbild der preisgekrönten Kim Hye-ji nutzt die zylindrische Architektur des Theaters, um die postnukleare Stadtkulisse zu erweitern; die Musik des Komponisten Chae Seok-jin fügt über den Ruinen zarte emotionale Texturen hinzu. Läuft im Mia-rigogae Arts Theater in Seoul, 12.–21. Dezember. (Mia-rigogae: ein Stadtteil/Ortsteil in Seoul)
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