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Koreanische Kaffeeketten zeigen bis zu 5‑fachen Unterschied beim Koffeingehalt von entkoffeiniertem Kaffee; strengere Kennzeichnungsregeln und Preiserhöhungen wahrscheinlichCreatrip Team
3 months ago
Südkorea wird die Kennzeichnung für entkoffeinierten Kaffee ab März nächsten Jahres verschärfen: Nur Bohnen mit einem Restkoffeingehalt von 0,1 % oder weniger dürfen als „decaf“ gekennzeichnet werden. Ein aktueller Vergleich großer heimischer Kaffee-Franchises ergab Restkoffeinwerte von 3 mg bis 15 mg pro Getränk (bis zu fünffacher Unterschied). Nach den bisherigen Regeln durften Produkte, die 90 % des Koffeins entfernt hatten, sich als entkoffeiniert bezeichnen, doch weil der Koffeingehalt in Rohbohnen je nach Sorte und Herkunft variiert, unterschieden sich die finalen Restmengen stark. Aufbrühmethoden (Cold Brew vs. Espresso), Shot-Größen und markenspezifische Prozesse vergrößern die Spannbreite zusätzlich. Gesundheitsanfällige Konsumentinnen und Konsumenten – Schwangere oder koffeinempfindliche Kundinnen und Kunden – haben bei einigen Decaf-Getränken möglicherweise Herzrasen, Schlaflosigkeit oder Angstzustände erlebt. Der neue Standard orientiert sich an internationalen Regeln (USA 0,1 %, EU 0,3 %) und dürfte das Verbrauchervertrauen stärken, wird die Marken aber zwingen, die Bohnenbeschaffung zu ändern und die Produktion (Extraktion, Reinigung, Erhitzung) zu verfeinern. Stärkere Entkoffeinierung treibt die Bohnenkosten in die Höhe (derzeit 20–30 % teurer) und viele Cafés verlangen bereits etwa 500 KRW Aufpreis für Decaf-Getränke, sodass weitere Preiserhöhungen möglich sind. Die Nachfrage nach Decaf wächst rasant – Starbucks Korea verkaufte von Jan.–Okt. dieses Jahres 36,5 Millionen Decaf-Getränke, ein Plus von 35 % gegenüber dem Vorjahr – weshalb die Marken ihre Abläufe anpassen müssen, während sie mögliche kurzfristige Störungen managen.
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