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Abendessen oder Prozess? Das Stück „Trap“ stellt unbequeme FragenCreatrip Team
4 months ago
Die Wiederaufnahme der Schwarzkomödie Trap durch das Seoul Municipal Theatre Company (basierend auf Friedrich Dürrenmatts Kurzgeschichte „Unfall“) verbindet auf seltsame Weise Bankett und Gerichtssaal. Alfredo Traps, ein selfmade Textilverkäufer, bleibt in einem Landhaus gestrandet und wird von einem pensionierten Richter zu einem nächtlichen Scheingericht mit ehemaligen Richtern, Staatsanwälten, einem Anwalt und sogar einem Ex-Henkersgehilfen eingeladen. Während Speisen und Wein in immer aufwändigeren Gängen serviert werden, verwandelt sich das Spiel in ein zermürbendes Verhör, das Traps zwingt, sich seinen verborgenen moralischen Verfehlungen zu stellen. Die 90-minütige Produktion nutzt ein dreiseitiges Publikum, Live-Service von Speisen und sechs erfahrene männliche Schauspieler in einem heftigen „Schauspielkampf“, um die Immersion zu verstärken. Was als Farce beginnt, entwickelt sich zu bohrenden Fragen über auf dem Verlust anderer aufgebauten Erfolg, ob Unmoral gesetzlich beurteilbar ist und ob ein Leben ohne Sünde möglich ist – und lässt das Publikum lange nach dem Fallen des Vorhangs verstört zurück. (S-Sitze: Seitensitzplätze; S-Theatre: das kleine Theater des Sejong Center)
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